Alopezie-Arten

 

Die Alopezie-Arten

 

Bei den Alopezie-Arten wird grundsätzlich unterschieden zwischen vernarbenden (irreversiblen) mit Zerstörungen des Haarfolikels einhergehenden Alopezie-Arten und nicht vernarbenden Alopezie-Arten. Zu den häufigsten Alopezie-Arten gehören der hormonelle und erblich bedingte Haarausfall, sowie der kreisrunde Haarausfall (Alopecia areata). Die Entstehung der einzelnen Alopezie-Arten basiert auf verschiedenen Vorbedingungen und Entwicklungsprozessen. Im Fachbereich Alopezie-Arten beschreiben wir die einzelnen Alopezie-Arten und deren Erscheinungsformen bzw. Symptomatik.  

 

Alopecia actinica: strahlenbedingte Alopezie.

 

Alopecia actinica (strahlenbedingte Alopezie)

 

Die Alopecia actinica ist ein Haarausfall, der im Zusammenhang mit einer Strahlentherapie (z.B. bei Tumoren oder Krebs) oder einer Strahlenkrankheit (z.B. akute Verstrahlung) auftritt. Bei einer ionisierenden Bestrahlung kommt es in Folge der Entwicklung von „freien Radikalen“ zu einer Schädigung der Erbsubstanz (DNS). Bedingt durch diesen Erbsubstanzschaden, entwickelt sich ein Zellschaden in den Haarfolikeln. Das Reparatur- und Replikationssystem der Zellen wird zerstört und dieses führt zu einer Störung in der Zellbildung und Zellteilung. Häufig kommt es in kürzester Zeit zu einem großflächigen Haarverlust im Kopfbereich, der Haarverlust kann ebenfalls den gesamten Körper betreffen. Eine Normalisierung des Haarwachstums kann nach einiger Zeit eintreten, jedoch nur, wenn die Strahlendosis nicht zu hoch war. Bei einer Strahlendosis oberhalb der Belastungsgrenze, erfolgt ein Absterben der Haarwurzelzellen und somit ein irreversibler Haarverlust.

 

Alopecia areata: kreisrunde Alopezie

 

Alopecia areata (kreisrunder Haarausfall)

 

Die Alopecia areata ist ein krankhafter, entzündlicher Haarausfall, der sich in der Klinik mit einer kreisrunden, lokal begrenzen Form darstellt. Die Kahlstellen sind glatt, eingesunken, nichtschuppend und die Haarfolikel bleiben erhalten. Bei der Alopecia areata unterscheiden sich zusätzliche Sonderformen wie, die Alopecia areata atropicans (pseudopedale Brocq), die Alopecia areata diffusa und die Alopecia areata reticularis. Die Alopecia areata ist die häufigste entzündliche Haarausfallerkrankung (ca. 1,4 Mio. Menschen in Deutschland), die in jedem Lebensalter auftreten kann. Häufig betrifft sie jedoch Menschen im 2. oder 3. Lebensjahrzehnt. Keinesfalls ist sie ein klares Zeichen für eine bestimme innere Erkrankung oder eine hormonelle Störung und sie ist nicht ansteckend. Ebenso steht die Alopecia areata nicht in Verbindung mit einem Vitaminmangel oder einer Mangel- oder Unterernährung. Häufig bildet sich die Alopecia areata nach kurzer Bestandsdauer und Ausdehnung zurück und es wachsen an den kahlen Stellen erneut Haare, als „wäre nichts gewesen“. Nach erfolgter Abheilung kann es jedoch zu einem wiederholten kreisrunden Haarverlust kommen, welcher sich in wellenförmigen Entwicklungszeiträumen darstellt.

 

Alopecia congenita: angeborene Alopezie am gesamten Körper

 

Alopecia congenita, universalis (angeborene Alopezie am gesamten Körper)

 

Die Alopezie congenita ist eine Erberkrankung, die eine Veränderung des sogenannten „Hairless Gen“ aufweist und bereits kurz nach der Geburt zu einem vollständigen Haarverlust am gesamten Körper führen kann. Eine Neubildung der Haare erfolgt nicht und den betroffenen Menschen bleibt nur die Alternative einer Perücke oder einer Haartransplantation.

 

Alopecia contentionalis: Spannungshaarausfall

 

Alopecia contentionalis (Spannungshaarausfall)

 

Die Alopecia contentionalis (Spannungshaarausfall) ist eine Form von erblich bedingten Haarausfall (Alopecia androgenetica). Er ist eine vererbte Überempfindlichkeit der Haarwurzel auf männliche Sexualhormone (Androgene). Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass durch Stress und die Verspannung der Kopfhautmuskulatur, in bestimmten Arealen der Kopfhaut, die Blut- und Sauerstoffversorgung drastisch sinken. Die daraus folgende Unterversorgung der feinen Blutgefäße, welche die Haarwurzel mit Blut und Sauerstoff versorgen, begünstigt eine Veränderung im Zellstoffwechsel und steigert somit die Anlagerung von DHT( DiHydroTestosteron(ein Androgen) in den Haarwurzeln. Die Rezeptoren an den Haarwurzeln reagieren empfindlich auf das Hormon DHT sie verhornen und verkümmern. Die Wachstumsphasen des Haars verkürzen sich und sie fallen aus. Die Alopecia contentionalis ist begleitet von einem Haarschmerz (lat. Trichodynie), welcher sich z. B. als: spannen, brennen oder kribbeln anfühlt. Trotzt der erheblichen Mißempfindungen liegen keine Entzündungen oder Veränderungen der Kopfhaut vor.

 

Alopecia mechanis (A.traumatica): Druck, Zug oder Reibung

 

Alopecia mechanis (Alopezie durch Druck, Zug oder Reibung)

 

Die Alopecia mechanis bezeichnet den Haarausfall in Folge von externen, mechanischen Ursachen, wie z. B. Druck, Zug oder Reibung. Diese Form der Alopezie kann verursacht werden durch z. B. das Tragen von schweren Lasten auf dem Kopf, Haarbändern, eng anliegenden Haarnetzen oder Tüchern, Helmen oder auch bei langem aufliegen des Kopfes, wie z.B. bei Bettlägerigkeit. Auch starker Zug an den Haaren, wie z. B. das zwanghafte ausreißen von Haaren (Trichotillomani) führt zu einer Alopezie mechanis, auf Grund einer dadurch entstehenden Schädigung der Haarwurzeln. Ebenso ist eine Alopecia mechanis möglich durch das zu feste binden von Zöpfen oder häufig straffen „Dauerfrisuren".

 

Alopecia muciosa: Alopezie infolge von Muzinose

 

Alopecia muciosa (Alopezie in Folge von Muzinose)

  

Die Alopecia muciosa bezeichnet einen Haarausfall in Folge von follikulärer Muzinose (eine vermutlich genetisch bedingte Hauterkrankung, Mucinosis follicularis). Bei dieser seltenen Hauterkrankung, bildet sich eine mikroskopisch sichtbare Anhäufung von Schleim (Muzine) um die Haarfolikel herum, wodurch eine Entzündung entsteht, welche die Haarwurzel zerstören.

 

Die Alopecia muciosa wird in drei Stadien unterteilt:

  1. primäre, lokalisierte Krankheit (unter 40 Jahren)
  2. primäre, generalisierte Krankheit (über 40 Jahren)
  3. als sekundäre Krankheit (50-80 Jahren)

 

Alopecia parvimaculata: Alopezie infolge einer Infektion,

 

Alopecia parvimaculata (Alopezie in Folge einer Infektion)

 

Die Alopecia parvimaculata bezeichnet einen Haarausfall, der in Folge einer Infektion entsteht. Hauptsächlich ausgelöst durch infektiösen Erkrankungen (z. B. Grippe, Scharlach, Typhus, Gürtelrose, Hepatitis etc.) die von Fieber begleitet werden. Eine weitere Ursache kann auch eine bakterielle Hautinfektion (z. B. Impetigo contagiosa (Grindflechte)) sein. Bei einer infektiösen Erkrankung liegt die durch das Fieber bedingte Körpertemperatur häufig über 39°C. Das hat zur Folge, dass der Körper für die bestmöglichste Mobilisierung von Abwehrkräften an anderen Regionen spart und dadurch die Wachstumsphase der Haarfolikel gestört wird. Die Haare gehen somit in die Ruhephase über und fallen danach aus. Eine Neubildung der Haare erfolgt dann nach einiger Zeit.

 

Alopecia seborrhoica: Alopezie mit Seborrhö

 

Alopecia seborrhoica (Alopezie mit übermäßiger Talgproduktion)

 

Die Alopecia seborrhoica bezeichnet einen Haarausfall, der ursächlich durch ein vermutlich genetisch disponiertes Seborrhoisches Exem verursacht wird. Diese Form der Alopezie kennzeichnet eine fettige Kopfhaut mit trocken wirkenden Haaren und zum Teil ausgeprägten Juckreiz, welche aber auch völlig fehlen kann. Häufig entsteht ein Hautausschlag mit gelblichen Schuppen. Durch den Juckreiz kommt es in Folge von kratzen zu Schäden an den bereits geschwächten Hautareale. Die eigentlichen Ursachen für das Seborrhoisches Ekzem sind nicht eindeutig klar, zum einem wird eine Prädisposition für eine Erkrankung vermutet (ca. 40% der Gesamtbevölkerung). Auch Stress wird besonders als möglicher Auslöser in Betracht gezogen. Desweiteren wird vermutet dass, die Hautausschläge eine Stoffwechselreaktion auf den Hefepilz Malassezia furfur sind (dieser Hefepilz besiedelt physiologisch die Menschliche Haut, bei ca.100% der Bevölkerung). Das Erkrankungsalter liegt zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr.

 

Alopecia senilis: Alopezie im Alter

 

Alopecia senilis (altersbedingter Haarausfall)

 

Die Alopecia senilis bezeichnet eine breitflächige Haarverdünnung die, bei Männern und Frauen, im fortgeschrittenen Alter auftritt. Die Veränderungen betreffen die Struktur, das Behaarungsmuster und auch die Wachstumsgeschwindigkeit. Die Alopecia senilis ist eine, durch biologische Altersprozessen bedingte, normale, physiologische Alterserscheinung. Dieser ist verbunden mit z. B., dem Nachlassen der Regenerationsfähigkeit oder auch mit der Zellalterung. Bei Frauen besteht besonders mit dem Erreichen der Wechseljahre- bedingt durch einen veränderten Hormonhaushalt- das Risiko einer Alopezie.

 

Alopecia specifica / A. syphilitica: Alopezie infolge von Syphillis

 

Alopecia specifica (Alopecia syphilitica), Alopezie in Folge von Syphilis

 

Die Alopecia specifica bezeichnet einen Haarausfall der im II. Stadium der infektiösen Geschlechtskrankheit Syphilis auftritt. 9-10 Wochen nach der Infektion kann sich ein fleckenartiger Haarausfall bilden. Nach erfolgter Therapie bildet sich der Haarausfall nach ca. 4 Monaten wieder zurück.

 

 

Achtung:

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